Glossar

Seit vielen Jahren ist die digitale Übertragungstechnik die Norm. Das DVB-S Verfahren erlaubt es mehrere Programme gleichzeitig über einen Transponder abzustrahlen und so die Kapazität des Satelliten zu vergrößern. Noch moderner ist das DVB-S2 Verfahren, das meist für die langsam kommenden HDTV-Sendungen, die wesentlich mehr Übertragungskapazität binden, eingesetzt wird. Auch Internet-Daten oder jede andere Art von Datendiensten sind auf Basis der digitalen Übertragungstechnik realisierbar. Neben hoher Flexibilität ergeben sich für die Sendeanstalten natürlich Kostenvorteile gegenüber dem früher üblichen Analogfernsehen.
Die Gesamtheit der digitalen Daten, die über einen Transponder übertragen werden, nennt man Transportstream. Darin stecken dann die einzelnen Fernseh- und Radiokanäle. Der Transportstream ist das, was der Receiver eigentlich empfängt. Die Angaben Frequenz, Polarisation, Symbolrate, welche man öfters liest, beziehen sich immer auf einen Transportstream.
Bei einer manuellen Sendersuche müssen diese Daten in den Receiver eingegeben werden.
Bei Analogtranspondern war die Bandbreite auf ca. 27 MHz festgelegt. Digitaltransponder können mit nahezu beliebiger Bandbreite gefahren werden. Dadurch wird es möglich, ältere, schwächere Transponder mit geringerer Bandbreite zu betreiben und so doch noch eine größere Reichweite zu erzielen. Weiterhin können auf einem Transponder mehrere voneinander unabhängige Signale (Transportstreams) geringer Bandbreite übertragen werden, ein Verfahren, das insbesondere von Übertragungsfahrzeugen gerne genutzt wird. Allgemein gilt, dass Signale großer Bandbreite (MCPC – Multiple Channel per Carrier) eher für den Empfang durch den Endkunden gedacht sind, während Signale geringer Bandbreite (SCPC - Single Channel per Carrier) meist Überspielungen, sog. „Feeds” dienen. Auf ASTRA 1 finden sich ausschließlich MCPC-Signale für den Direktempfang.
Eine Größe, die bei Digitaltranspondern wichtig zu wissen ist, denn sie muss für einen erfolgreichen Programmsuchlauf richtig in den Receiver eingegeben werden, wenn spezielle Kanäle gesucht werden. Je größer die Symbolrate, desto größer auch die Bandbreite, desto mehr Kanäle können über einen Transponder übertragen werden. Allerdings gibt es bei der Digitaltechnik sehr viele Möglichkeiten über die Symbolrate hinaus den Transportstream zu konfigurieren. Manche Anbieter nutzen dies, um sehr viele Kanäle in einen Transponder zu quetschen, was sich dann in schlechter Bildqualität, geringerer Reichweite und deutlicher Fehleranfälligkeit äußert.
Genau genommen erreicht jeder einzelne Transponder eine etwas unterschiedliche Reichweite. Oft ist dies erwünscht, um z. B. nur ein bestimmtes Gebiet zu versorgen, manchmal ergibt es sich mehr oder minder zufällig. Neben der Sendeleistung spielt natürlich der verwendete Satellit eine Rolle, aber auch die Konfiguration des Transportstreams und die Bandbreite des Signals. Deshalb ist es durchaus normal, dass an den Rändern des Footprints manche Kanäle noch zu empfangen sind, andere schon nicht mehr. Moderne Automatikanlagen suchen selbstverständlich ausschließlich digital und finden deshalb den Satelliten auch noch in Gegenden, in denen nur noch wenige Programme zu empfangen sind.
In aller Regel ist das Bild bei schlechtem Signal nahezu schlagartig „weg”. Störungen zeigen sich meist durch ein grob gerastertes Bild oder durch Stehenbleiben des Bildes. Meist ist dann das Signal zu schwach. Es kann sich aber auch um senderseitige Fehler oder Überlastung des Transportstreams handeln. Auf HOTBIRD finden sich häufig typische Beispiele von Kanälen, die trotz sehr starkem Signal immer merklich gestört sind.
Das wichtigste Kriterium überhaupt, um guten Empfang zu haben. Massive Gebäude im Signalpfad verhindern den Empfang immer. Bäume können in seltenen Fällen durchlässig für das Signal sein, darauf verlassen sollte man sich aber keinesfalls. Bei der Standortwahl zu berücksichtigen ist die Geografie – je weiter nördlich man sich aufhält, desto flacher fällt das Signal ein. Im hohen Norden können aufgrund der Erdkrümmung sogar topografische Hindernisse wie Berge den Empfang der Satellitenprogramme verhindern.
Je größer die Antenne ist, desto größer wird der Footprint (die Reichweite) eines bestimmten Transponders und die Reserve gegenüber schlechten Wetterbedingungen. Eine beschädigte (verbogene, verbeulte) Antenne reduziert die Reichweite drastisch. Besonders gute LNBs können ihren Vorteil nur an der Grenze des Footprints ausspielen. Mitten im Empfangsgebiet, z. B. in Deutschland, wird von den Satellitenbetreibern bereits eine Mindestgröße der Antenne empfohlen, um störungsfreien Empfang, auch bei schlechtem Wetter, zu genießen.